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 MAMA WILL JETZT AUCH WEG...                                                  

 

"Ich lebe für 4 Jahre  beruf-lich in den USA, was einen tiefen Einschnitt in mein Le- ben brachte.  Freunde und Katze –  ich habe so ziem- lich alles   zurückgelassen und  starte  jetzt  nochmal ganz neu."
Birgit Schönfeld (28) wagte den Schritt,  um  beruflich weiterzukommen. Ziemlich allein und nur mit zwei Kof- fern bestückt, betrat sie im Dezember 2002 ihre neue Wahlheimat in den USA.
"Kontakte sind  hier  sehr schwer zu knüpfen und in den ersten drei, vier Monaten fühlte ich mich sehr allein und  bekam  oft Heimweh. Inzwischen habe ich jedoch viele Freunde gefunden und auch meine Kollegen sind super nett. Wenn man sich erst einmal hier eingelebt hat, erkennt man dann auch rasch, dass es hier wesent-lich lebensbejahender und lockerer zugeht als in Deutschland. Wer auf die Menschen zugeht und sich nicht abkapselt wird in den Staaten keine Probleme ha-ben und sein Glück finden..."

Alleinerziehend mit ihren  2 Kindern hatte Inge  Scholer irgendwann einfach die  Na- se voll, von dem "nie enden- den  Überlebenskampf"  in Deutschland.
Drei Monate Internet-Recher-che genügten ihr. Dann verkaufte sie ihre Geschäfts-anteile, packte den Container und wanderte nach Paraguay aus, ohne das Land je vorher besucht zu haben.
"Ich bereue nichts...!"

Wie die Sache  ausging, kön-nen Sie            hier nachlesen.
Wer es sich leisten kann  – auch  beruflich  –  zieht aus dem Land der Verbissenheit weg, in die Sonne.
Wie Tennis-As Steffi Graf. –
   Hier ihr weg nach Amerika...

"Man kann in Deutschland seine Zukunft einfach nicht mehr planen", seufzt Sabine Scheidt, Lehrerin, gerade mal 29 Jahre alt geworden, resigniert. Seit einem Jahr ist sie ohne Arbeit und ob sie je wieder eine bekommt ist fraglich. "Ich könnte völlig unterbezahlt bei uns im Ort (nahe Münster) als Hilfslraft in einem Kindergarten arbeiten, aber habe ich dafür so lange die Schule besucht, studiert und Fachseminare absolviert...?"
Deshalb, und "weil jeder Mensch ein Recht darauf hat, seinen Beruf auszuüben", und weil Sabine 'absolut nicht weiß, wo das noch alles hin-führt', kam ihr vor einigen Monaten der Gedanke, in einem anderen Land neu anzufangen. In einem Land, das für sie, ihren Mann Oliver und die beiden Kinder (3 und 5 Jahre alt) eine bessere und überschaubarere Lebensperspektive bietet.
"Am Anfang surfte ich heimlich im Internet, um mich über die Möglichkei-ten im Ausland zu informieren. Da mein Mann und ich beide fließend Englisch sprechen, kam dabei nur ein englischsprachiges Land in Frage. Eine Einwanderung in die USA erwies sich ziemlich rasch als zu kompliziert und unsicher. Manche Leute warten schon seit Jahren darauf, in der Green Card-Lotterie das große Los zu gewinnen – das schied für mich aus. Ich wollte weg. So rasch wie möglich, und ich wollte meinen Oliver mit echten Alternativen beeindrucken."
Ihre Wahl fiel schließlich auf Neuseeland. Eher zufällig, weil sie dort die einheimischen Homepages durchstöberte und dabei auf eine Firma stieß, die für die Wartung ihrer deutschen Druckmaschinen (Heidelberger) einen 'versierten Mitarbeiter' suchte. Einen aus Wellington, der Hauptstadt von Neuseeland – von Ausländern war da nicht die Rede. Dennoch eine Arbeit, die haargenau auf ihren Oliver zugeschnitten zu sein schien. Sie schrieb eine E-Mail nach Neuseeland, dann einen Brief, kontaktete eine Schule in Wellington und drei Wochen später erwartete Oliver ein Abendessen mit Kerzen und einer Flasche Sekt. "Er fiel fast um", sagt Sabine und bei der Erinnerung werden ihre Augen etwas feucht. "Oliver war sowas an über-rascht, dass es ihm glatt die Sprache verschlug. Dann surften wir gemein-sam auf den schönsten Neuseeland-Seiten und auf der Homepage seiner zukünftigen Firma. Er war völlig von den Socken!"
Ende August ist es dann soweit. Zwei Erwachsene und zwei Kinder auf dem Weg in eine neue Zukunft. Und Oliver? Er hält, während wir zwischen Kartons und Umzugskisten mit einander plaudern, Sabines Hand und ist 'voll stolz' auf sie. "Man muss sich einfach einen Ruck geben", sagt er. "Und wenn man den Absprung selber nicht ins Auge fast, dann ist es gut, wenn der Partner die Initiative ergreift. Warten und nur zu hoffen, dass es irgendwann wieder besser wird, das bringt nichts. Ich bin froh, dass Sabine aktiv geworden ist. Und ich fühle ganz deutlich, dass wir jetzt den richtigen Schritt machen, um unserem Leben eine Wende zu geben. Hier hat man keine Zukunft mehr..."
Viele deutsche Frauen sehen das inzwischen auch wie Sabine und Oliver. Und immer mehr Frauen sind es heute, die nicht nur ihren Lebenspartner bei der Suche nach einem Neuanfang unterstützen, sondern die Sache selbst in die Hand nehmen. Wie die 39jährigen Chemikerin Magda aus den neuen Bundesländern, die durch Kellnern in einer 'besseren Frittenbude' etwas Geld zum monatlichen dünnen Einkommen beisteuert. Einst eine qualifizierte Fachkraft kam für sie das Aus vier Jahre nach der Wende. Seitdem ist sie ohne Job.
"Ich hatte dann irgendwann einfach die Schnauze voll und redete meinen Mann so lange in Grund und Boden, bis er schließlich weich wurde." Beide hatten Glück, bewarben sich offiziell um eine Green Card in den Staaten (ohne Lotterie) und Magda wurde als hochqualifiziert eingestuft. Den Rest besorgte ihr neuer Arbeitgeber, der auch Magdas Mann einen guten Job besorgte.
Seit April sind sie nun "Aliens" in den Staaten und froh, den grossen Schritt in ein neues Leben gewagt zu haben. Und wieder zurück...? Heftiges Kopf-schütteln. Nein, das nie mehr. "Amerika war schon immer mein Traum-land", sagt Magda. "Meine Arbeit entspricht nun endlich meinen Fähigkei-ten und vor allem hat man hier hervorragende Möglichkeiten, Karriere zu machen. Als Bedienung noch zwanzig Jahre zu arbeiten – nein, dafür habe ich damals nicht meinen Doktor gemacht..."
"Die Zukunft wird einem in Deutschland vom Staat vernagelt." So sieht es auch Monika Meier aus Berlin. Die gelernte Bauzeichnerin saß nach der Pleite ihres windigen Chefs von einem Tag zum anderen auf der Straße, nicht ahnend, dass dies nun auch das Ende ihrer beruflichen Laufbahn sein sollte. 84 Bewerbungen benötigte sie, um erkennen zu müssen, dass das "Wegrationalisieren von Arbeitsplätzen nur den Aktionären gut tut, aber den Tod für die allgemeine Wirtschaft bringt".
Sie wird ab Mitte des Jahres in Norwegen arbeiten – ohne ihren Partner, der nicht mit will. Das war anfangs ein Problem zwischen den beiden, dann stellte sie ihn vor die Wahl: "Mit dir oder ohne dich..." fragte sie ihn. Und als er antwortete, dass diese Alternative 'ja wohl etwas hochgegriffen sei', packte Monika ihre sieben Sachen und zog zu ihrer Mutter – die letzte Deutschlandstation bis zum August, wenn es in den Norden ging...
"Früher war das alles andersrum. Da wollten die Männer weg und die Frauen zogen nur selten am gleichen Strang, weil sie die traditionellen Bin-dungen zur Familie und zum Freundeskreis nicht aufgeben wollten", erinnert sich Jochen Kraft von der Caritas. "Inzwischen kommen immer häufiger auch Frauen und fragen nach ihren Möglichkeiten, im Ausland Fuß zu fassen. Heute ist es nicht der Traum vom eigenen Häuschen unter Plamen und viel Sonne, der die Menschen dazu bewegt, ihre Heimat zu verlassen, sondern sie fühlen sich vom Staat regelrecht verraten und verkauft."
Die neue Heimatverdrossenheit wird bei immer mehr Frauen zur 'Chef-sache' erklärt. Waren es vor zehn Jahren noch rund 150.000 Deutsche, die es in die Ferne zog, so sind es heute etwa neun mal soviel.
Umfrageergebnisse kehren die Auswanderungs-Motive deutlich hervor:
Heimatfrust und null Aussicht auf eine berufliche Entfaltung sind die An-triebsfeder für den geplanten Ausstieg. Für einen Ausstieg in ein Land – wenn auch unbekannt und nicht immer ohne Risiko – mit besseren beruf-lichen Perspektiven und für einen Ausstieg in ein Land, wo man mit ent-schieden weniger Geld oft auch erheblich sorgenfreier Leben kann.
Hoffnungslosigkeit war eben noch nie ein gutes Argument für politische Durchhalteparolen...

Wie sieht das bei Ihnen daheim aus?
Möchten Sie lieber weg, oder ist Ihr Partner die Triebfeder...?
Wenn ja: wie leicht oder schwer fällt es Ihnen, 'mitzuwandern'...?
Hier können Sie über das  Monatsthema mitdiskutieren...




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Jutta Schmidt (links) und ih- re Freundin Dorothea leben seit  knapp  zwei  Jahren in Kanada.
"Mein  Ex  ließ alle Bezieh-ungen spielen, um mir  das Leben  möglichst schwer zu machen...."    
          Die ganze Geschichte... 

   

Die Frauen holen auf im Internet: europaweit sind inzwischen 42% der On- line-Nutzer weiblich.
In Deutschland   'webben' 41%,  in  den  USA hat die Damenwelt mit 51% in-zwischen die einstige Män-nerdomain  einbrechen lassen.
Mit dem Besuch auf typi-schen  Auswandererseiten verhält  es  sich kaum an-ders.
"Schluss mit dem Zau-dern!" meinen immer mehr Frauen und surfen durch die virtuelle Welt ihrer möglichen Traumziele.

Wer ist bei Ihnen daheim
eigentlich der aktivere
Auswanderer-Typ...?
Die Frauen waren schon immer die letzte Hürde, welche aus-wanderungseuphorische Fami-lienväter zu nehmen hatten. Das hat sich inzwischen gewaltig geändert.
In vielen deutschen Familien ist es jetzt  'die Mami',  die  die Nase  von Deutschland ge-strichen voll hat und den Anstoß zum Auswandern gibt...