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Klagen auf
Teufel komm raus...

US-Anwälte strangulieren die Wirtschaft (Quelle: Spiegel-online)
Kaum eine Branche in den USA ist so einträglich und krisensicher wie das Geschäft mit Unternehmensklagen. Der volkswirtschaftliche Schaden oft aberwitziger Milliarden-Forderungen ist derart gewaltig, dass Juristen mittlerweile eine grundlegende Reform des Rechtssystems fordern.
So wurde gegen den Tabakkonzern Philip Morris im Bundesstaat Illinois Klage eingereicht, weil er seinen Kunden vorgetäuscht hätte, dass Light-Zigaretten weniger gesundheitsschädlich seien. Der Konzern musste eine Kaution von 6 Milliarden US-Dollar hinterlegen, um überhaupt die Chance zu erhalten, in Berufung gehen zu können.
Der Richter selbst hatte zunächst 12 Millarden verlangt. Die USA haben sich inzwischen als Land der Superlativ-Klagen geoutet. Im Jahres-durchschnitt (!) liegen die Entschädigungssummen beträgt 1,8 Millionen Dollar dreimal soviel als noch vor fünf Jahren!
Das Magazin  "Der Spiegel" schrieb dazu: "Offensichtlich ist kaum ein Erwerbszweig so einträglich und krisensicher wie das Geschäft mit Unter-nehmensklagen. Tatsächlich ernährt diese Schattenindustrie heute mehr Menschen als etwa der Flugzeugbau. Und längst geht es dabei nicht mehr um hehren Verbraucherschutz oder wirklich entstandenen Schaden.
Schon ein Gefühl kann für eine Millionenklage reichen..." So wurde in Fayette, Mississippi (1853 Einwohner) der Moderator und die Produzenten des TV-Magazins "60 Minutes" verklagt, weil neun Einwohner des kleinen Ortes durch einen Fernsehbeitrag des Magazins nun unter "emotionalen Schmerzen" und "beschädigter Lebensfreude" zu leiden habe. Eine Millarde Dollar wollen sie dafür. Und noch einnmal 9 Milliarden, die durch eine Klage gegen den Sender CBS, der die Sendung produziert, erreicht werden sollen sowie gegen den Medienriesen Viacom, dem CBS gehört.
Die Klagebegründung bezeichnet "spielegl-online" als 'einen Witz', denn, so berichtet das Magazin, "in dem Fernsehbeitrag habe CBS über den Um-stand berichtet, dass die Zahl der beim Bezirksgericht in Fayette einge-reichten Zivilklagen, in denen US-Großkonzerne zu den Beschuldigten gehören, die Zahl der Einwohner des gesamten Bezirks Jefferson County übersteigt. "Jackpot-Justiz" nannte das der Moderator und sprach davon, dass es wohl nirgendwo sonst in Amerika so leicht sei, Geschworene zu einem Millionen-Dollar-Urteil zu bewegen..."

Es wird munter drauflos geklagt...
Nach seriösen Schätzungen geben Unternehmen in den USA pro Jahr rund 200 Milliarden Dollar für die anfallenden Verfahrenskosten aus. Das sind fast zwei Prozent der Wirtschaftsleistung der gesamten Vereinigten Staaten. Bei einigen Produkten, die als besonders klageanfällig gelten, sind inzwischen gut 20 Prozent des Preises in Wahrheit Prämien für die Rechtsschutzversicherer.
Inzwischen kann man in Amerika für fast alles Regress fordern: weil man sich an einem Hot Dog verschluckt hat oder von der Leiter gefallen ist. Weil man raucht, trinkt oder zu viel im Casino spielt; weil man zu dick ist - oder zu dünn.
Die Unternehmen versuchen, sich gegen Haftungsklagen zu schützen, indem sie auf ihre Produkte immer neue Warnhinweise pappen: Drucker-Kartuschen tragen die Aufschrift "Nicht zum Verzehr geeignet", auf Babyrollern steht, dass man seine Kinder vor dem Zusammenklappen bitte herausnehmen soll...
Bei dem Spiel können die Firmen nicht gewinnen. Zigarettenpackungen warnen in Amerika seit Mitte der sechziger Jahre vor den mit dem Rauchen verbundenen Gesundheitsgefahren. Jetzt argumentieren die Anwälte, dass ihre Mandanten diese Warnungen nicht hätten befolgen können, weil der Zigarettenkonsum abhängig mache. Jedes Bagatellverfahren kann heute zu einem Millionen-Dollar-Prozess aufgeblasen werden.
"Wir haben uns angewöhnt, bei jedem Fehler und bei jedem Missgeschick nach jemandem zu suchen, den wir verantwortlich machen können", sagt Catherine Crier, früher Staatsanwältin, dann Richterin. Jetzt moderiert sie bei dem Justizsender Court TV. "Wir haben uns zu einer Opferkultur ent-wickelt, und der soziale Preis, den wir dafür zahlen, ist vielleicht noch höher als der ökonomische."

Quelle: Spiegel-online                              
                                                                       Mehr Kurioses aus den Staaten...?

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