"Mit Paraguay haben wir das große Los gezogen" behaupten die Mühltann's nach zehn Jahren Alters-ruhesitz im Land der Kolibris und Gauchos. "Nette Freunde, viel Sonne und eine hohe Lebensqualität – hier sind wir wirklich glücklich!"
Ihre erste Station war Bolivien.  Drei Jahre.  Dann machten sie eine Auto-reise nach Paraguay – quer durch den Gran Chaco  –  und verliebten sich spontan in das Land.
In Itá, nahe der Landeshauptstadt Asunción, erwarben sie ein Jahr später ein großes Grundstück und wanderten wieder aus – diesmal von Bolivien nach Paraguay. "Für uns war wichtig, daß man hier praktisch alles kaufen kann und wie fremdenfreundlich die Paraguayer sind.  Und  da wir unser Geld nicht zum Wegwerfen haben, spielten auch die Baupreise eine sehr tragende Rolle. Selbst heute kann man noch für 40.000  bis 70.000 Dollar echte Traumhäuser bauen. Mit Klimaanlage, Pool  und allem drum und dran. Und –  mit unserer Rente können wir hier leben wie die Fürsten. In Deutschland hätten wir aber die Gürtel enger schnallen müssen."
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Inge Pohl,  alleinerziehende  Mutter  von  zwei Kin-dern und null Bock auf noch mehr Deutschland packte,  ohne die neue Wahlheimat je besucht zu haben,  die  Container  und wanderte nach Paraguay aus.
Glück gefunden...!
Mal wieder richtig    durchatmen können...
Glück und Lebensfreude sind sehr individuelle Empfindungen und werden daher von jedem Men-schen anders eingestuft und interpretiert. Dennoch sind sich fast alle Ausgewanderten darüber einig, dass sie in der neuen Heimat  eine bessere Lebens- qualität gefunden haben. 

Beispiel 1: 
Kerstin Wellner (25) aus Berlin verließ vor vier Jahren Deutschland, weil 'Unflexibilität und festgefahrene Karriereaussichten' ihre Unzufriedenheit immer mehr wachsen ließen, bis sie sich schließlich dazu entschloss, in die Vereinigten Staaten auszuwandern. "Ich bin stolz darauf, sagen zu können, dass ich in den USA wieder ganz von vorne angefangen habe und mich innerhalb der vier Jahre, die ich nun hier lebe,  soweit hochgearbeitet habe, dass ich jetzt das fünffache verdiene, meinen Hochschulabschluss nachmachen konnte und inzwischen Soziologie studiere. –  Auf gar keinen Fall würde ich wieder nach Deutschland zurückgehen!"

Beispiel 2:
Erich Schulte,  der wegen seiner kleinen Tochter,  die in Deutschland unter einer schweren Neurodermitis litt,  nach Paraguay aus- wanderte, wo das Kind heute wie jedes andere normale Kind lebt. "Als sie immer mehr litt, habe ich meine Firma aufgelöst und wir sind ziemlich unvorbereitet nach Paraguay ausgewandert.  Unser Start war nicht leicht, aber zur Ruhe setzen wollte ich mich eigentlich auch nicht.  Wir begannen damit, Auto-ersatzteile zu importieren, es kam eine eigene Reparaturwerkstatt hinzu und dann ging es rasant aufwärts."
Das Erfolgsgeheimnis der Schultes: Immenses Fachwissen, Innovations-freude und genug mitgebrachtes Eigenkapital. "Hier in Paraguay ist die Mund-zu-Mund-Propaganda enorm. Die meisten unserer Kunden  fahren nun seit langem  mal  wieder ihr Auto störungsfrei. So was spricht sich schnell rum. Wer im Ausland sein Know-how und sein Fachwissen einbringt und wer über genügend Kapital verfügt, um die Aufbauphase unbeschadet zu überstehen, der wird auch sein Glück finden. Wir würden jedenfalls nicht mehr zurück wollen, denn auch seine Freizeit kann man hier sinnvoll gestalten."

Beispiel 3:
Christine Schmall aus Lima, Peru: "Ich lebe nun bereits seit sechs Jahren in Peru und habe mich dank meines peruanischen Lebenspartners sehr gut in meiner neuen Heimat eingelebt. Dabei ist Peru sicher kein 'einfa-ches Einwanderungsland', denn Erdbeben, Regierungskrisen und poli-tische Skandale sorgen sporadisch für Schlagzeilen, doch bislang bereute ich den Schritt, Deutschland zu verlassen, nicht.
Sehr wichtig ist die Bereitschaft der Einwanderer zur Integration. Viele scheitern eigentlich nur, weil sie sich nicht an die neuen Umstände und an die andere Mentalität der Mitmenschen gewöhnen können oder wollen. Wer aber nicht bereit ist, die Gegebenheiten eines neuen Landes zu akzeptieren, der wird vermutlich auch nie zufrieden sein."

Beispiel 4:

Heike Messerklinger aus dem niederbayerischen Altötting über ihr neues Leben in Kanada: "Wir haben anfangs Arbeiten angenommen die weit unter unserer Ausbildung lagen, um uns über Wasser zu halten. Aber trotz aller emotionalen Berg- und Talfahrten die wir mitgemacht haben sind wir sehr zufrieden, dass wir den Schritt hierher gewagt haben. Wir fanden auch schnell einen sehr großen, multikulturellen Freundeskreis und bei sämt-lichen Behördengängen wurde uns Verständnis und Entgegenkommen gezeigt.
Und obwohl es in den Großstädten Kanadas genauso turbulent zugeht, wie in europäischen Großstädten, lebt man doch sehr viel freier und unkomplizierter hier."

Finanzielle Unabhängig- keit! Sie scheint in fast allen Auswanderungs- ländern dieser Erde die Richtschnur über Zufrie- denheit und  Frust  zu ziehen. Sie kann sich durch einen guten Job ausdrücken, durch finan-zielle Polster oder Rück-lagen, durch Vermögen, Renteneinkünfte oder ähnliches. Fehlt jedoch diese relativ abschätz-bare sichere Geld- oder Einnahmequelle (aus der alten Heimat oder in der neuen Wahlheimat), dann verdrängen Exis-tenzängste oder ein kar-ger, mühsamer Broter-werb meist sehr rasch die Wahrnehmungsfähig- keit für die angenehmen Seiten des Einwande.-rungslandes.
Von einigen tragischen Schicksalen abgesehen, bestimmen also die Aus-wanderer prinzipiell sel-bst, wie sie letztlich ein Land empfinden. Daher sollte jedes Auswandern sehr genau geplant werden.
Beschönigungen der fi-nanziellen Aussichten oder Selbstüberschät- zung waren schon im- mer die sichersten Ga- ranten für Pleiten und persönliche Dramen. Die nüchterne Einschätzung der eigenen Möglich-keiten sollte also ge- rade beim Auswande- rungswunsch vorherr- schen. "Wir werden es schon irgendwie schaffen – andere vor uns haben es schließlich auch schon geschafft", zählt zu solchen verhängnisvollen Irrtümern. Die Basis für berufliche Erfolge liegt auch im Ausland im not- wendigen Grundkapital und der fachlichen Qua- lifikation des Auswan- derers...

Wie empfinden Sie als Ausgewanderter Ihre neue Wahlheimat? Oder wie sollte diese aus-sehen, wenn Sie einmal selbst auswandern wür-den?


Hier können Sie Ihre
Meinung dazu sagen:
"Leider gehen auch die gu- ten Leute, die Risikofreudi- gen und die mit den guten Ideen", berichtet  Gerlinde Lang  vom Referat für Aus- wanderung   des   Diakoni- schen Werkes.
"Der überwiegende Teil  geht  heute auf Grund guter beruf-licher Qualifikation. Viele ha-ben bereits gute Angebote aus dem Ausland, andere wollen  sich selbständig machen.« Klaus F. Zimmer-mann (Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit, IZA)  hält es für unausweichlich, die Abga- belast in  Deutschland zu reduzieren, da "höher Qua- lifizierte im Ausland einfach mehr verdienen",   wobei Deutschland schon bei den Bruttolöhnen  im  höheren Lohnbereich nicht mehr kon- kurrenzfähig sei.
"Unter den zahlreichen Aus-wanderungsinteressierten be-obachten wir zunehmend eine neue Qualität", bemerkt auch Martina Lüdeke vom Ra- phaelswerk (katholische Ca- ritas) Essen/Dortmund.
Unter den rund tausend Aus-wanderungswilligen, welche die Diplom-Pädagogin in den letzten 12 Monaten betreute, gab es zwar auch die ge-wohnte Reihe von Träumern und Aussteigern, doch die Zahl der hochqualifizierten Leute steige deutlich.
"Diese neue Auswandererge-neration ist zwischen 20 und Mitte 30 und sie verfügt über ein abgeschlossenes Studi-um und hervorragende Refe-renzen. Diese Menschen ha-ben inzwischen den Glauben an ihre Heimat verloren und suchen nun in anderen Län-dern ein neues, beruflich aus-sichtsreicheres Umfeld."
Paul Gottschalk (51) kehrte 1999 Deutschland für immer den  Rücken,  um  in Thailand 'ein geruhsameres Leben zu führen'. Ob Thailand die letzte Station ist, weiß er noch nicht so genau, aber auch er ge-nießt sein neues, selbst ge-wähltes Leben ausgiebig:
"Weil mein Englisch genau so mies war,  wie das der meisten  Thais,  kam  ich hier ziemlich schnell gut zurecht. Inzwischen spreche ich recht ordentlich Thailändisch, was sich zu einem regelrechten Türöffner entpuppte. Ich lebe mit einer Thailänderin auf dem Land, surfe im Internet rum, lese viel und gehe oft spazieren. Mal am  Meer,  mal  im Busch, oder ich mache Ausflüge mit dem Rad oder ich besuche Freunde. Gele-gentlich treffen wir uns abends mit weiteren An- sässigen hier und zerreden die Nacht beim Bier.
Mir gefällt dieses Leben, das ich im stressigen Deutsch-land nicht einmal annähernd so genießen könnte!"

 

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